Fragen und Antworten

Kann der PCA3 Test als Entscheidungshilfe für eine Prostatabiopsie bei Verdacht auf Prostatakrebs auch dann herangezogen werden, wenn vorher eine transurethrale Prostataresektion (TUR-P) bei gutartiger Prostatavergrößerung (benignes Prostatasyndrom, BPS) durchgeführt wurde?

Antwort von das PCA3-Expertengremium
Prof. Jack Schalken
10/05/2011

Der „Prostate Cancer gene 3 (PCA3)“-Test kann bei der Entscheidung helfen, ob eine Prostatabiopsie bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom durchgeführt werden soll (z.B. bei auffälligem rektalen Tastbefund (= digitorektale Untersuchung, DRU) oder einer Erhöhung des PSA  auf Werte zwischen 2,5 und 10 ng/mL) [Mehr Informationen: PCA3 Hintergrund-Informationen].

Leider gibt es zur Zeit kaum Erfahrungen mit diesem Test nach transurethraler Prostataresektion (TUR-P) bei Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung (benignes Prostatasyndrom, BPS). So ist es nicht ganz klar, wie der PCA3-Score bei diesen Patienten ausgelegt werden sollte. Während einer TUR-P ist der innere Teil der Prostata um die Harnröhre, zur Verbesserung der Blasenentleerung, entfernt worden. Jedoch, tritt ein größerer Prozentsatz des Prostatakrebs in den mehr peripheren Teilen der Drüse auf. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass eine niedrige oder hohe PCA3-Score die gleiche Bedeutung zur Prognose der Notwendigkeit einer Prostatabiopsie bei Männern die bereits eine TUR-P bei BPS hatten, als bei Männern die diesem chirurgischen Eingriff nicht hatten, haben könnte. Weitere Untersuchungen zu diesem Thema wären erforderlich.