Fragen und Antworten

Wäre der PCA3 Test eine Alternative bei Männern mit erhöhtem Prostata-spefizishes Antigen (PSA)-Wert, bei denen eine Prostatabiopsie vom Enddarm her bei künstlichem Darmausgang (Colostoma) unmöglich ist?

Antwort von das PCA3-Expertengremium
Prof. Bertrand Tombal
Prof. Jack Schalken
Prof. Hendrik Van Poppel
30/11/2010

Zunächst einmal muß man feststellen, dass eine Prostatabiopsie bei diesen Männern vom Damm her erfolgen kann, genauso etwa wie bei einer Seedsimplantation (Brachytherapie) bei Prostatakrebs [1]. Vorher kann eine dynamische Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) durchgeführt werden, um krebsverdächtige Stellen in der Prostata sichtbar zu machen, die dann gezielt biopsiert werden könnten.

Der Prostate CAncer Gen 3 (PCA3)-Test kann zusätzliche Informationen über die Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein von Prostatakrebs liefern. Allerdings kann bei diesen Männern eine standardisierte Probengewinnung durch 3-maliges massieren der Prostata auf jeder Seite im Rahmen der Tastuntersuchung ebenfalls nicht erfolgen. Man muss dann damit gerechnet werden, dass ein PCA3-Score nicht erhoben werden kann (da keine oder zuwenig Prostatazellen im Urin zu finden sind). Die Häufigkeit eines Testversagens bei korrekter Probengewinnung wird generell mit 1-2% angegeben. Sie steigt auf bis zu 30% an, wenn die zur Probengewinnung empfohlene Tastuntersuchung unterbleibt.

1.Merrick GS et al. Prostate cancer distribution in patients
diagnosed by transperineal template-guided saturation biopsy. Eur Urol.
2007 Sep;52(3):715-23.